{"id":107,"date":"2017-01-02T19:32:05","date_gmt":"2017-01-02T18:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/cambuch.de\/?p=107"},"modified":"2017-01-02T19:32:05","modified_gmt":"2017-01-02T18:32:05","slug":"2-4-treffen-in-prag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cambuch.de\/?p=107","title":{"rendered":"2.4 Treffen in Prag"},"content":{"rendered":"<h2><b>Treffen in Prag<\/b><\/h2>\n<p><i>Ree und ich sitzen im Krankenzimmer. Rolf ist zur\u00fcck. Es gab erneut Komplikationen. Die Nachbarn, Alex und Torsten stehen im Zimmer. Alle sind, gelinde gesagt, aufgeregt. Marita organisiert gerade mit den \u00c4rtzten diverse Termine. Wir sind unsicher, was man sagen soll dazu. Daumen dr\u00fccken ist angesagt. Marita kommt herein und berichtet. Rolf ist in der Not-OP. Wir m\u00fcssen warten. Die drei verschwinden wieder. Zur\u00fcck lassen sie einen dicken Klos im Hals. Ree und ich diskutieren eine Weile. Ree meint, das es schon wird, weil das halt so ist. Recht hat sie. Es ist immer noch Februar. Ich bin nun seit 4 Wochen an der k\u00fcnstlichen Ern\u00e4hrung. Das Fieber senkt sich langsam. Der Doktor geht t\u00e4glich mit den Instrumentenen in den Bauch und k\u00e4mpft sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck voran. Ich schaue in den Abendhimmel hinaus und denke: \u201aVor ein paar Tagen hast du noch gedacht, dass du nie wieder fliegen w\u00fcrdest\u2018. Nix da. Wir haben noch viel zu viel vor. Das Buch muss weiter gehen. Wo waren wir ? 1987.<\/i><\/p>\n<p>In meiner Zeit als Lorenschieber war ich auf der Suche nach einer Herausforderung. Wir bereits erw\u00e4hnt, spielte ich mit dem damaligen Computer aus der DDR herum. Die Grenzen waren schnell erreicht. Ein Zufall sollte mein Leben ver\u00e4ndern, sofern es Zuf\u00e4lle gibt.<\/p>\n<p>Hierzu muss ich etwas zur\u00fcck gehen in der Vergangenheit. Die Freundschaften in der damaligen DDR hatten etwas Zusammenschweissendes. Immer wenn es Menschen nicht so gut geht, r\u00fccken sie zusammen. So war das auch in der DDR. Die Freundschaften wuchsen und wurden gepflegt. Ein Ritual war der Vatertag, welcher in der damaligen DDR geduldet, aber nicht erw\u00fcnscht war. Also wurde nat\u00fcrlich dies als Protest genutzt. Jedes Jahr trafen (und treffen sich noch heute) die Herren, um f\u00fcr 4-5 Tage gemeinsam Zeit zu verbringen. Die Orte sind immer unterschiedlich.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum eigentlichen Punkt. Eines der Reisen zum Vatertag ging nach Prag. Wir schreiben das Jahr 1987. Wir fuhren dahin, um in einen Lokal namens \u201eU Fleku\u201c bei Schwarzbier die Freundschaft zu pflegen und Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft zu schmieden. Der Antrag auf Ausreise war gestellt, was wird uns wohl da auf der anderen Seite erwarten ? Steffen hatte nun seinen Laufzettel und wartete nur noch auf den Startschuss.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir bei z\u00fcnftigem Bier sitzen, kommen als Nachbaren ebenfalls Deutsche an den Tisch. Wenig sp\u00e4ter stellt sich heraus, die Leute sind von der anderen Seite. Innerhalb kurzer Zeit entstehen viele Diskussionen und Gespr\u00e4che. Ich stitze neben J\u00fcrgen, Walrossbart, sein Markenzeichen. Ich hatte zu dieser Zeit lange, sehr lange Haare, Vollbart und war wahrscheinlich nicht mehr so richtig zu erkennen. Er fragt mich: \u201eWas spielt ihr da ?\u201c. Wir spielten \u201eStrasse\u201c, ein W\u00fcrfelspiel. Ich frage zur\u00fcck: \u201eUnd Ihr\u201c. Sie spielten Eifelpoker. Der jeweilige hatte von dem anderen Spiel noc nie geh\u00f6rt. Also tauschten wir die Pl\u00e4tze. J\u00fcrgen nahm meinen Platz ein, ich seinen.<\/p>\n<p>Der Funke springt \u00fcber. Neue Freundschaften waren geboren. Innerhalb von 30 Minuten spielte keiner mehr. Es wurde diskutiert, gelacht, gesungen und getrunken bis in die sp\u00e4te Nacht hinein.<\/p>\n<p>Im Laufe der n\u00e4chste Tage sollte man sich noch \u00f6fter treffen. Abends gingen die Leute jenseits der Mauer ins Hotel. Wir hatten so etwas nat\u00fcrlich nicht. Es war schlichtweg zu teuer. Wir schliefen, mit Schlafsack, im Treppenhaus einen Hochhauses in einem Vorort von Prag. Wir machen uns auf den Weg dahin. Angekommen, merken wir, dass wir nicht die einzigen sind. Viele hatten diese Option gew\u00e4hlt. In etlichen Etagen h\u00f6rte man schon das ruhige oder unruhige Schlafger\u00e4usch der Menschen. Ich suche mir ein Pl\u00e4tzchen, breite meinen Schlafsack aus und schon verschwinde ich in einen Tiefen Schlaf<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, wir hatten mit den Eiflern aus dem Westen Deutschlands vereinbart, selber Fleck(u), selbe Zeit. Also machten wir uns auf dem Weg. Es ist Freitag. Die Sonne begr\u00fcsst uns und wir schlendern durch Prag zum U Flecku. Da angekommen, sitzen die Anderen schon da. Man umarmt sich. Es ist so, als kenne man sich schon Jahre. Wieder wird viel diskutiert. Es geht nat\u00fcrlich um die 2 Welten Deutschlands. Die jeweilige Partei kann sich nicht vorstellen, wie es auf der anderen Seite l\u00e4uft. Es gibt also viel zu berichten. Im Laufe der Zeit tauschen wir die Adressen aus. Nein. Keine Telefonnummern, so etwas gabe es zu dieser Zeit nicht.<\/p>\n<p>Der Kellner kommt vorbei und will Eintritt verlangen f\u00fcr eine Band, die gleich spielen wird. Jeder holt sein Geld heraus. F\u00fcr die westdeutschen Leute waren es nicht mal 5 Pfenninge umgerechnet, f\u00fcr uns schon 2 Mark. Egal. W\u00e4hrend ich zahle, sehe ich, wie mein neuer Freund Michl aus der Eifel in Richtung Toiletten verschwindet. Ich wundere mich, schaue J\u00fcrgen an. Der grinst, verdreht bissl die Augen und zahlt f\u00fcr Michl mit. Es ging um 5 Pfennige ! Wenig sp\u00e4ter kommt Michl zur\u00fcck. Auch er grinst \u00fcber beide Ohren. Zumindest solange, bis er erf\u00e4hrt, dass J\u00fcrgen die 5 Pfennige bezahlt hat f\u00fcr ihn. Eine kleine Diskussion entfacht sich untereinander. \u201aSeltame Gew\u00e4chse, die Leute aus dem Westen\u2018, denke ich und nun bin ich es der grinst \u00fcber beide Ohren.<\/p>\n<p><i>Rolf ist aus der Not-Op raus. Es ist alles den Umst\u00e4nden entsprechend gut gegangen, wie man halt immer so sagt. Ree spricht mit Marita. Ich dr\u00fccke ihm alle Daumen, dass er es schafft. Wir wollen ja noch gemeinsam fliegen gehen. Noch ist er auf Intensiv, wird aber morgen zwei Zimmer weiter sein altes Quartier beziehen. Marita geht nach Hause. Ree und ich reden noch eine Weile und wir entschliessen, morgen fr\u00fcr direkt einen Besuch abzustatten. W\u00e4hrend die Nacht herein bricht, \u00fcberlege ich: \u201aWarum erz\u00e4hle ich die Geschichte vom \u201ePrager Treffen\u201c. Wie immer im Leben gibt es Abzweige und Gabelungen, die den weiteren Weg bestimmen. Manche muss man erzwingen oder erk\u00e4mpfen, manche ergeben sich. Immer aber sind es Kreuzungen, in denen das Leben eine bestimmte unumkehrbare Richtung einschl\u00e4gt. Dieser Tag, der 28.05.1987 war einer dieser Tage. Ihr werdet noch sehen, warum.\u2018<\/i><\/p>\n<p>Diesmal links anbei zum Thema\u00a0<a href=\"http:\/\/de.ufleku.cz\">U-Fleku<\/a>\u00a0in Prag und Videos:<\/p>\n<div class=\"cegg5-container cegg-data_responsive_embed\"><div class=\"container px-0 mb-5 mt-1\" >\n                    <div class=\"row\">\n            <div class=\"col text-body\">\n\n                                    <h4 class=\"card-title h4 fw-normal mb-3\">Prague Beer Garden | uFlecku | Brian Rocha dot tv<\/h4>                \n                <div class=\"ratio ratio-16x9\">\n                    <iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/mCiPBuOhlus?rel=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe>\n                <\/div>\n\n                                    <div class=\"cegg-desc-small small lh-sm mt-3\">uFlecku is a Beer Garden in Prague, Czech Republic. The beer was delicious, and the environment was very nice. Brian A. Rocha - http:\/\/brianrocha.me.<\/div>\n                            <\/div>\n        <\/div>\n                    <div class=\"row\">\n            <div class=\"col text-body\">\n\n                                    <h4 class=\"card-title h4 fw-normal mb-3\">Von Golzow nach Prag 1986 - Eine Bier-Studienreise auf Super8<\/h4>                \n                <div class=\"ratio ratio-16x9\">\n                    <iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/QyLmwWbX22w?rel=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe>\n                <\/div>\n\n                                    <div class=\"cegg-desc-small small lh-sm mt-3\">Im Herbst 1986 unternehmen wir eine Bier-Studien-Reise in die wohl bekannteste Schwarzbierkneipe Prags - ins U Fleku. 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Der Doktor geht t\u00e4glich mit den Instrumentenen in den Bauch und k\u00e4mpft sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck voran. 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